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Newsletter vom 29.10.2009

Schadenskodierung nach der DIN EN 13508-2 (1)

Mit diesem Newsletter möchten wir ihnen einen Überblick über die Neuerungen zu diesem Thema geben und ihnen aufzeigen wie sie im GEOvision³ Kanalkataster damit umgehen.

Um den bautechnischen Zustand von Kanälen, Leitungen sowie Schächten Erfassen, Beurteilen und Verwalten zu können, sind Kodiersysteme notwendig und ein seit Jahren erprobtes Verfahren der Zustandsbewertung.

Bisher hat man verwendet:

 

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ISYBAU 1996, 2001 (Arbeitshilfen Abwasser für Liegenschaften des Bundes)

 

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ATV-M 143, Teil 2 vom April 1999

 

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Individuelle Systeme von Netzbetreiben (durch Anpassung der Bewertungsvorgaben)

Mittlerweile seit 2003 ist die DIN EN 13508-2 „Zustandserfassung von Entwässerungssystemen außerhalb von Ge­bäuden - Teil 2: Kodiersystem für die optische Inspektion“ veröffentlicht und in das nationale Regelwerk übernommen.

Seit Mai 2006 sind neue Inspektionsvorhaben nur gemäß der neuen DIN EN durchzuführen. Laufende Inspektions­vorhaben, die vor Mai 2006 begonnen wurden, können unter Verwendung des ursprünglichen Kodiersystems zu Ende geführt werden.

Diese Festlegung bietet aus unseren Erfahrungen einen großen Freiraum zur Interpretation. Auch das komplett neue Kürzelsystem, z.B. für einen Längsriss bisher „RL--“ jetzt „BABBB“, ist sicherlich etwas an das sich alle Beteiligten erst gewöhnen müssen.

Überblick Schadenskürzel

Dennoch stellt sich die Frage, ob ein langes Hinausschieben des Übergangs auf die DIN EN 13508-2 sinnvoll ist, denn das Ziel sollte sein, den kompletten Kanalbestand eines Netzbetreibers nach ein­heitlichen Kriterien zu beurteilen. Und dies geht perspektivisch nur mit der neuen Schadenskodierung.

Umsetzung der DIN EN 13508-2

Die DIN EN 13508-2 enthält Wahlmöglichkeiten bei der Kodierung, die durch den Netzbetreiber abschließend zu be­stimmen sind.

Kriterien hierbei sind

 

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z. B. die dem Inspektionszweck angepasste Qualität der Beschreibung

 

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oder die Sicherstellung einer durchgängigen Verwendbarkeit der Kodierungen bei weiteren Arbeits­schritten, besonders der Zustandsbeurteilung sowie der Sanierungsplanung.

Es ist empfehlenswert bei der Anwendung der DIN EN auf bereits bestehende Konkretisierungen, erarbeitet von entsprechenden Fachgremien, zurückzugreifen. Dieses sind:

 

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ATV: Merkblatt DWA-M 149, „Zustandserfassung und –beurteilung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden, Teil 2: Kodiersystem für die optische Inspektion“ von November 2006, Teil 3: „Zustandsklassifizierung und -bewertung“ vom November 2007

 

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ISYBAU: Arbeitshilfen Abwasser des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Bundesministerium der Verteidigung, ab März 2007

Beide Konkretisierungen sind in GEOvision³ Kanalkataster eingearbeitet. Eine Untersuchung erhält eine Information zum verwendeten Kodiersystem, danach werden die Schadenskürzel verwendet sowie die Bewertung vorgeschlagen.

Durch diese Vorgehensweise ist es möglich ältere Untersuchungen (nach einem anderen Kodiersystem) sowie Neue in einem einzigen Projekt zu verwalten.

In den Arbeitshilfen Abwasser (ISYBAU) wurde in Zusammenarbeit mit der DWA eine für den deutschsprachigen Raum möglichst einheitliche Zustandserfassung angestrebt. Die getroffenen Regelungen sind weitestgehend mit den Empfehlungen des DWA-M 149-2 abgestimmt.

Im Wesentlichen beschränken sich die Unterschiede zwischen DWA und ISYBAU auf verfahrensbedingte Details, da die Arbeitshilfen Abwasser zusätzlich zu den fachlichen Festlegungen zur Zustandserfassung ent­sprechend DIN EN 13508-2, mit den ISYBAU-Austauschformaten konkrete Vorgaben zum Datenaustausch im Rahmen einer ganzheitlichen Bestands- und Zustandsdokumentation enthalten.

Der Datenaustausch, unser täglich Brot

Mit Einsatz der DIN EN 13508-2 sind die bislang genutzten Standards für den Datenaustausch nicht mehr nutzbar. Als wichtigster Standard galten hier sicher unbestritten die ISYBAU-Austauschformate der Typen H (Haltungen), LH (Anschlussleitungen) und S (Schächte) mit denen Inspektionsdaten auf Basis der alten Kodier­systeme (ISYBAU aber auch ATV) eindeutig und weitestgehend vollständig ausgetauscht werden konnten.

Um der neuen Norm mit ihren erweiterten Anforderungen gerecht zu werden wurden von den entsprechenden Gremien neue Standards für den Datenaustausch geschaffen:

 
 

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ATV-DVWK-M 150 Teil 1: „Datenaustauschformat Teil 1 - Zustandserfassung von Entwässerungssyste­men

 

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Das ISYBAU Austauschformat XML-2006, Arbeitshilfen Abwasser ab März 2007

Technisch gesehen, basieren beide Formate auf der XML-Technologie (EXtensible Markup Language).

Beachten Sie bitte: XML heißt deshalb nicht automatisch „ISYBAU-XML-Austauschformat“, sondern es kann auch ein anderes Austauschformat sein. Der XML-Import in GEOvision³ Kanalkataster erkennt ob es sich um das „ISYBAU-XML-Austauschformat“ handelt und liest nur dieses ein.

Das Datenaustauschformat nach ATV M 150 basiert auf den Konkretisierungen des DWA-M 149-2 und ist im Wesentlichen für den Datenaustausch von Inspektionsdaten zwischen Inspekteur und dessen Auftraggeber kon­zipiert.

Die ISYBAU-Austauschformate haben sich im Laufe der letzten 15 Jahre als Inbegriff für den Datenaustausch in der Abwassertechnik etabliert. Das neue ISYBAU Austauschformat XML-2006 stellt eine konsequente Fort­schreibung der bisherigen Formate, die sich nicht nur auf den Austausch von Inspektionsdaten beschränken, dar. Es ist möglich Bausubstanz- und Vermessungsdaten abwassertechnischer Anlagen sowie hydraulische Daten von Entwäs­serungssystemen auszutauschen.

Im Bereich der Inspektionsdaten wurden sowohl die Konkretisierungen des DWA-M 149-2 als auch der Arbeitshilfen Abwasser umgesetzt. Damit lassen sich mit dem ISYBAU Austauschformat XML-2006 Inspektionsdaten beider Konkretisierungen austauschen.

Zusammengefasst: ISYBAU-XML heißt nicht automatisch Kodierung nach DIN-EN. Mit diesem Format lassen sich auch die bisher verwendeten Kodierungen übertragen. Deshalb empfehlen wir die Verwendung dieses Austauschformates! Die GEOvision³ Import-Funktion erkennt aus den Daten das verwendete Kodiersystem und setzt dieses richtig um.

Schlussfolgerung – richtig Ausschreiben!

Wie sich aus den vorangegangenen Betrachtungen leicht ableiten lässt, kommt damit der Ausschreibung von Zustandserfassungsleistungen eine wesentliche Rolle zu. Neben den Konkretisierungen (ATV oder ISYBAU) ist die Festlegung des dazu kompatiblen Datenaustauschformates eine wichtige Vorraussetzung um qualitativ hochwertige und sofort verwertbare Inspektionsdaten zu erhalten.

Situation und Ausblick

In der ihnen vorliegenden GEOvision³ Version 8.1 ist das Kodiersystem DIN EN 13508-2 integriert. Eine Bewertung ist nach DIN EN 13508-2 ATV-Spezifikation möglich.

Die Version 9.0 (Auslieferung geplant bis Jahresende) enthält dann ebenfalls die Bewertung DIN EN 13508-2 nach ISYBAU-Spezifikation.

Screenshot Bewertungskatalog

Auch die Sanierungplanung/-kalkulation ist auf die Belange der DIN EN 13508-2 ausgelegt. So ist z.B. eine Zuordnung von Sanierungsverfahren, bezogen auf das neue Kürzelsystem integriert.

Um die täglichen Anforderungen im Umfeld der Schadenserfassung und –bearbeitung mit GEOvision³ Kanalkataster für Sie weiter zukunftssicher zu gestalten, arbeiten wir aktuell an:

 

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einem Import über das XML-Austauschformat nach ATV M 150,

 

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einer automatischen Umsetzung vorhandener Befahrungen „alter“ Kodiersysteme nach DIN EN 13508 (entsprechend ATV-DVWK M 152, „Umsteigekatalog von ATV-M 143-2 zu DIN EN 13508-2)“

 

(1) Der Inhalt des Newsletters wurde mit Sorgfalt zusammengestellt. Dennoch müssen wir darauf hinweisen, dass wir uns Irrtümer vorbehalten und die hier nachlesbaren Aussagen durch Studium der fachlichen Richtlinien und Vorschriften zu überprüfen sind.

Wir möchten Ihnen Hinweise für ihre tägliche Arbeit geben, schließen hiermit jedoch jede Art von Anspruch oder Schadenersatzforderung durch das Beziehen auf diese Information aus.